Es könnte so schön sein, wenn man Montagmorgens schon mit Kribbeln in den Händen aufwachen und sich auf die Arbeit freuen würde. Schwungvoll würde man aus dem Bett springen um wenig später gut gelaunt am Arbeitsplatz zu erscheinen und mit dem besten Team der Welt alles zu rocken. Ja, schön wäre das. Meist ist es aber nicht so.

Nur etwa 37 Prozent der Befragten einer britischen Studie aus dem Jahr 2017 gaben an, in ihrem Job einen Sinn zu sehen. Aha. Etwa 60 Prozent sehen also in ihrem Job keinen Sinn. Das ist nicht nur wirklich entsetzlich, wenn man bedenkt, wie lange und wie viel wir arbeiten und welchen Stellenwert die Arbeit für uns im Allgemeinen hat. Das ist auch eine ziemlich plausible Erklärung dafür, warum es so vielen von uns so schwerfällt, sich montags zu motivieren. Gut, an den anderen Tagen vielleicht auch, aber gerade der Montag ist da besonders fies.

Was tun, wenn man sich so gar nicht motivieren kann?

Mit ein paar Tricks kann man auch den Montag mit der Zeit in den Griff bekommen und sich aus den schlimmsten Motivationstiefs zum Wochenstart herausholen. Dabei hilft es, für sich zu analysieren was einem eigentlich die Motivation raubt und den Start so schwierig macht.

Das können verschiedene Dinge sein. Manch einer mag einfach das frühe Aufstehen nicht, ein anderer muss jeden Montag eine Aufgabe erledigen, die er gar nicht leiden kann. Vielleicht sind es aber auch die Kollegen oder der Job an sich passt einfach nicht – da kann viel zusammenkommen.

Hier lohnt sich ein Experiment. Beobachtet euch an vier Montagen auf dem Weg zur Arbeit selbst. Lasst eure Gedanken schweifen und schaut was hochkommt. Meist sind das ganz konkrete Gedanken wie „Oh nein, gleich schon wieder dieses sinnlose Meeting zum Wochenanfang!“ oder „Ich hasse es, jeden Montag so lange im Zug zu sitzen!“. Völlig egal, was es bei euch ist: Lasst den Gedanken zu, schaut ihn euch an und lasst ihn dann wieder ziehen, ohne ihn zu bewerten. Erst einmal geht es nur darum, zu verstehen, was die eigene Motivation raubt.

Erste Hilfe für Montagstiefs!

Wenn ihr eine Idee davon habt, was den Montag für euch zur Hölle macht, könnt ihr daran ansetzen, das zu verbessern. Hier eine Auswahl an Tipps, die sich je nach Situation als hilfreich erwiesen haben:

  1. Den Montag vorbereiten: Ja, wirklich. Es macht Sinn, schon Sonntagabend an Montag zu denken. Wenn ich schon Sonntagabend meine Tasche packe, meine Kleidung raus lege, vielleicht sogar schon das Frühstück vorbereite, dann sind das alles Dinge, die ich Montagmorgen nicht mehr machen muss. Ich kann quasi im Halbschlaf in den Tag starten und habe verschiedene Quellen für Frust am frühen Morgen schon ausgeschlossen.
  2. Einen geruhsamen Start planen: Gerade, wenn man kein früher Vogel ist oder generell keinen hektischen Start in den Tag mag ist es wichtig, sich kleine Inseln der Ruhe zu schaffen. Das kann die Tasse Kaffee sein, die man noch zu Hause oder gemütlich im Auto trinkt, genauso aber auch die Lieblingsplaylist, die man sich mitnimmt oder der kleine Umweg zur Arbeit, der durch einen Grünzug führt oder auch zehn Minuten friedliches Teetrinken am Rechner, bevor man die ersten Mails checkt. Egal was es ist, eine kleine Schonzeit zu Beginn des Arbeitstags sorgt dafür, dass man ruhiger und gesammelter starten kann.
  3. Rituale erleichtern das Leben: Auch wenn man es als „oldschool“ bezeichnen kann: Rituale erleichtern das Leben! Sie schaffen Sicherheit, weil ich über bestimmte Abläufe nicht mehr nachdenken und entscheiden muss. Ich mache das einfach. Das kann eine Reihenfolge von Tätigkeiten sein, die ich jeden Montagmorgen genauso abarbeite. Ein Beispiel: Wenn ich ankomme schaue ich nach Post, danach mache ich mir einen Tee, danach checke ich Mails, danach mache ich mir eine to-do-Liste für den Tag etc.
  4. Ziele für den Tag setzen: Das gilt zwar für jeden Arbeitstag, wenn ich aber Montag damit verbringe, erst einmal die Arbeit vor mir herzuschieben (was durchaus menschlich ist!), dann bin ich nachmittags entweder frustriert oder gestresst, weil ich nichts geschafft habe – und starte schlecht gelaunt in den Feierabend. Also sollte man sich ein Tagesziel setzen. Diese Aufgabe soll an einem Tag erledigt werden können und muss von Schwierigkeitsgrad und Zeitaufwand her angemessen sein. Eine einfache Email zu schreiben reicht nicht. Einen Report zu beenden oder ein Planungsgespräch zu führen wären schon besser. Wenn ich das geschafft habe, dann habe ich ein konkretes Erfolgserlebnis für den Tag und kann mit einem guten Gefühl in den Feierabend gehen.
  5. Highlights planen: Manchmal wird ein Montag trotzdem lang. Dann ist es hilfreich, den Tag in Etappen zu unterteilen und sich für jeden „Etappensieg“ eine kleine Belohnung zu schaffen. Die Mittagspause kann so eine Etappe sein, aber auch der kurze Kaffee am Vormittag gehört dazu. Genauso eine Fünfminutenpause am Nachmittag, die man sich bewusst nimmt, um draußen kurz frische Luft zu schnappen. Sollte man die Möglichkeit nicht haben kann das auch ein Buch sein, das man sich mitnimmt und in dem man bewusst zwischendurch fünf Minuten liest um den Kopf frei zu kriegen. Auch Entspannungsübungen erfüllen diesen Zweck, oder auch 5 Minuten Kopfhörer auf die Ohren, Augen zu und den Lieblingssong hören. Wirkt Wunder!

Und wenn das alles trotzdem gar nicht hilft?

Ja, solche Härtefälle gibt es. Da ist der Montagsblues wirklich hartnäckig und wird zuverlässig vom Dienstagsblues abgelöst. Und dann vom Mittwochsblues. Wer mit solchen Schwierigkeiten zu kämpfen hat, der steht oft vor einem ganz grundsätzlichen Problem. Das ist mehr, als der innere Schweinehund, den man manchmal überlisten muss.

Hier liegt etwas ganz Grundsätzliches im Argen. Vielleicht hat sich das Gefühl langsam eingeschlichen, aber inzwischen lässt es sich nicht mehr ignorieren. Die Freude an der eigenen Arbeit ist weg. Vielleicht war sie nie wirklich da und man steckt in einer Sackgasse. Vielleicht hast du auch schon viel ausprobiert, versucht dich zu arrangieren, aber es hat einfach nicht funktioniert.

Wenn du an so einem Punkt stehst, dann geht es grundsätzlich um die Frage, ob dieser Job noch der Passende ist. Manchmal ist es einfach Zeit zu gehen. Manchmal kann man aber auch so viel an der eigenen Situation verbessern, dass der Job wieder Spaß macht. Was das Richtige ist, das hängt von der eigenen Person und der Situation im Job ab. Aber die gute Nachricht lautet: Daran kann man arbeiten, zu, Beispiel mit meinen Jobcoaching-Paketen.